Wenn du einem Schützen sagst: „Für die nächsten sechs Monate ist alles komplett durchgeplant, Überraschungen gibt es keine“, wird ihn das wahrscheinlich nicht unbedingt beruhigen. Für andere bedeutet Planung Sicherheit. Für den Schützen kann sie sich irgendwann ein bisschen nach Enge anfühlen.
Zwischendurch möchte er an einen Ort, den er noch nicht kennt. Einen neuen Menschen kennenlernen. Sich plötzlich mit einem Thema beschäftigen, das ihn bisher überhaupt nicht interessiert hat. Es tut ihm gut, wenn das Leben noch ein paar offene Türen übrig lässt.
Wenn es um die Eigenschaften des Sternzeichens Schütze geht, werden Freiheit, Neugier und Offenheit fast immer zuerst genannt. Seinen Freiheitsdrang einfach mit „Er will sich nicht binden“ abzutun, wäre allerdings zu einfach. Der Schütze möchte durchaus bleiben können. Er möchte nur das Gefühl haben, dass er aus eigener Entscheidung bleibt.
Sobald aus einem „Ich möchte“ ein „Du musst“ wird, kann sich derselbe Ort plötzlich ziemlich eng anfühlen.
In der Astrologie ist der Schütze ein veränderliches Feuerzeichen und wird von Jupiter regiert. Das passt ziemlich gut zu seiner Lust, immer noch ein bisschen mehr zu entdecken. Mehr sehen, mehr lernen, mehr ausprobieren. Seine Welt soll möglichst nicht an der Grenze des eigenen Viertels enden.
Was bedeutet Freiheit für den Schützen?
Bei Freiheit muss man nicht sofort an jemanden denken, der allein mit einem Rucksack durch die Welt reist. Selbst ein Schütze, der sein Zuhause kaum verlässt, kann gedanklich ständig unterwegs sein.
Ein neues Buch, eine andere Sichtweise, ein langes Gespräch oder die Idee, etwas, das er seit Jahren auf dieselbe Weise macht, plötzlich anders anzugehen, kann ihm ein ganz ähnliches Gefühl geben.
Die Dinge, die einen Schützen glücklich machen, sind oft gar nicht besonders kompliziert.
Ein guter Plan, der ganz spontan entsteht.
Die Aussicht, einen neuen Ort kennenzulernen.
Menschen, mit denen er frei und ungezwungen reden kann.
Ein Gespräch, das so gut ist, dass er danach seine Meinung überdenkt.
Das Gefühl, seine eigenen Entscheidungen treffen zu können.
Außerdem steckt in seinem Blick auf die Zukunft oft ein erstaunlich hartnäckiges „Irgendwie kriegen wir das schon hin“.
Selbst wenn gerade alles durcheinandergeht, sieht er manchmal noch eine Möglichkeit, die anderen entgeht. Dieser Optimismus kann in schwierigen Momenten wirklich Gold wert sein.
Er kann aber auch dazu führen, dass ein durchaus ernstes Problem noch ein bisschen liegen bleibt, weil der Schütze überzeugt ist: „Das schaffen wir schon irgendwie.“
Ja, Optimismus ist schön.
Aber leider lassen sich nicht alle Rechnungen mit guter Laune bezahlen.
Die Sache mit der direkten Art
Fast jeder, der einen Schützen kennt, hat wahrscheinlich irgendeine Geschichte über seine Ehrlichkeit.
Du stellst eine Frage und bekommst eine Antwort, die ein kleines bisschen ehrlicher ausfällt, als du erwartet hattest. Denn viele Schützen haben wenig Lust, lange um etwas herumzureden.
Der Vorteil ist klar: Du musst in ihrer Nähe meistens keine Detektivarbeit leisten, um herauszufinden, was sie denken.
Der Nachteil: Nicht jede Wahrheit muss unbedingt genau in diesem Moment und genau mit diesen Worten ausgesprochen werden.
Weil meistens keine böse Absicht dahintersteckt, versteht der Schütze manchmal wirklich nicht, warum sein Gegenüber beleidigt ist.
„Aber ich habe doch gar nichts Schlimmes gesagt.“
Genau da liegt das Problem.
Vielleicht war das Gesagte sogar richtig. Es hätte nur ein kleines bisschen freundlicher verpackt werden können.
Es gibt ein paar Situationen, in denen der Schütze gelegentlich auf die Bremse treten sollte.
Aus Begeisterung etwas versprechen und später merken, dass die Zeit dafür nicht reicht.
Etwas anfangen und es liegen lassen, sobald die Spannung verschwunden ist.
Unter dem Stichwort Ehrlichkeit unnötig hart formulieren.
Details unterschätzen und dabei etwas Wichtiges übersehen.
Bei jedem Problem sofort nach einem neuen Weg suchen.
Denn manchmal muss man nicht gleich die nächste Tür finden.
Manchmal sollte man erst das Problem in dem Raum lösen, in dem man gerade steht.
Und genau das kann für den Schützen überraschend schwierig sein.
In der Liebe nicht hinterherlaufen, sondern nebeneinander gehen
Auch der Schütze in der Liebe braucht ein bisschen Raum für sich. Das bedeutet weder, dass er nicht liebt, noch dass er grundsätzlich keine ernsthafte Beziehung möchte.
Was ihm eher schwerfällt, ist das Gefühl, ständig Rechenschaft ablegen zu müssen.
Besonders anziehend findet er oft Menschen, mit denen er nicht nur lachen, sondern auch richtig reden kann. Romantische Nähe allein reicht ihm nicht unbedingt. Freundschaft innerhalb einer Beziehung ist ihm ebenfalls wichtig.
Gemeinsam über völligen Unsinn lachen. Nachts stundenlang über irgendein Thema diskutieren. Spontan beschließen, doch noch rauszugehen.
Solche Dinge verändern für ihn das Gefühl einer Beziehung.
Wenn Eifersucht und Kontrolle dagegen immer mehr Raum einnehmen, kann er anfangen, sich zurückzuziehen. Wenn „Wo bist du?“, „Mit wem bist du?“ und „Warum hast du so spät geantwortet?“ irgendwann zum normalen Ton der Beziehung werden, fühlt sich ein Schütze schnell weniger geliebt als überwacht.
Die Vorstellung, freiheitsliebende Menschen hätten keine tiefen Gefühle, ist allerdings ziemlich unfair.
Wenn ein Schütze wirklich liebt, teilt er sein Leben. Er nimmt dich in seine Pläne mit, möchte mit dir neue Dinge erleben und kann an einem schlechten Tag einiges dafür tun, deine Stimmung wieder ein bisschen nach oben zu bringen.
Schütze-Frau und Schütze-Mann
Die Schütze-Frau möchte Entscheidungen über ihr eigenes Leben häufig selbst treffen. Sie kann sich sehr wohl an einen Menschen binden, glaubt aber nicht unbedingt, dass sie dafür einen Teil von sich selbst aufgeben muss.
Mit Menschen, die sie ernst nehmen, ihre Gedanken respektieren und nicht versuchen, ihre Welt immer kleiner zu machen, fühlt sie sich deutlich wohler.
Der Schütze-Mann kann nach außen sehr locker wirken, manchmal sogar so, als würde er kaum etwas wirklich schwer nehmen. Natürlich gibt es auch für ihn Dinge, die ihm wichtig sind. Er hat nur nicht immer das Bedürfnis, jedes Gefühl sofort in ein langes, schweres Gespräch zu verwandeln.
In der Kommunikation mag er Offenheit und eine gewisse Leichtigkeit.
Natürlich verhält sich nicht jeder Schütze gleich, unabhängig davon, ob Frau oder Mann. Mondzeichen, Aszendent, Venus, Mars und die übrigen Positionen im Geburtshoroskop können sowohl den Charakter als auch den Umgang mit Beziehungen deutlich verändern.
Eine der schönen Seiten daran, einen Schützen im eigenen Leben zu haben, ist dieses Gefühl, dass die Welt neben ihm manchmal wieder ein bisschen größer wird.
Plötzlich möchtest du an einen Ort, an den du vorher nie gedacht hast. Du hörst eine andere Idee. Oder du fragst dich: „Warum habe ich das eigentlich noch nie ausprobiert?“
Manchmal kommt man mit seinem Tempo kaum hinterher.
Und manchmal möchte man ihn schütteln und sagen: „Kannst du das bitte einmal ein bisschen ernster nehmen?“
Aber wenn ein Schütze ein Leben führt, das ihm wirklich Freude macht, bleibt dieses Gefühl selten nur bei ihm.
Vielleicht steckt hinter seinem berühmten Freiheitsdrang am Ende etwas ziemlich Einfaches.
Er möchte das Leben leben, ohne es dabei zu verpassen.
